Volontäre unterstützen im Kindergarten in Dadhikot


Seit einigen Wochen sind in unserem Kindergarten in Dadhikot vier neue Erzieherinnen tätig. Diese werden von unseren Volontären Nina Köhler und Lena Peschke in ihrer Einarbeitungszeit unterstützt. Nina Köhler war bereits letztes Jahr bei der Renovierung und Neueinrichtung aktiv und kennt sich so bestens im Kindergarten aus.

 

Ziel der Unterstützung ist es vor allem, den Erzieherinnen zu verdeutlichen, wie wichtig Spielen für Kinder ist. Das ist in nepalesischen Kindergärten leider keine Selbstverständlichkeit. Schon den Kleinen wird versucht, das Alphabet einzutrichtern und nicht selten gibt es für sie auch bereits Examen. Dabei bleiben motorische Fähigkeiten (z.B. wie man selbstständig schaukelt) und soziale Kompetenzen, welche die Kinder beim spielen miteinander lernen, meist auf der Strecke.

 

Eine weitere Aufgabe der Erzieherinnen ist es, das "gesunde Frühstück" weiter zu führen. Dieses Projekt wird seit langer Zeit von unseren verschiedenen Volontären in Dadhikot durchgeführt. Hintergrund dabei ist der, dass die Kinder in der Schule meist nur Kekse und Trockennudeln essen. Dadurch fehlen ihnen wichtige Vitamine. Seit der Einführung des "gesunden Frühstücks" gibt es nun eine Schale Obstsalat. Damit das Projekt nicht vernachlässigt wird wenn mal keine Volontäre da sind, werden nun die neuen Erzieherinnen diese Aufgabe  übernehmen.

Voluntärbericht von Anne-Lena Fuchs


Unsere Voluntärin Anne-Lena Fuchs hat im September/ Oktober 2016 vier Wochen an der Kulmaya Bagawati Schule in Biruwa verbracht. Ihre Erfahrungen hat sie in einem Bericht zusammen gefasst, welchen sie hier herunterladen können.

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Erdbebensicheres Bauen mit einfachsten Mitteln


Einige Angehörige der Hochschulgruppe „Engineers Without Borders“ aus Karlsruhe haben nach dem schweren Erdbeben im April 2015 in Nepal die Idee, die Menschen vor Ort mit ihrem Wissen zu unterstützen. Gemeinsam mit Astrid Vöhringer vom Nepal Schulprojekt entsteht daraus der Plan, erdbebensichere Häuser auch für die arme Bevölkerung zu ermöglichen. Das Know-How dafür existiert vor Ort nicht ausreichend, nur teure Häuser werden erdbebensicher gebaut. Deshalb wollen die Karlsruher eine Bauweise vermitteln, die günstiger aber trotzdem sicher ist. Die Häuser sollen in Dadhikot gebaut werden – einer Gegend, in der Astrid Vöhringer seit 15 Jahren engagiert ist. Bis die neuen Häuser umsetzbar sind, können die Dorfbewohner in den von Astrid Vöhringer gestifteten Temporary Houses wohnen bleiben. So kann langfristig die Sicherheit der Familien in Dadhikot gesteigert werden.

Für die Engineers Without Borders Karlsruhe ist dies der Startschuss für eine lange Vorbereitungsphase: Unter Hochdruck wird noch in Karlsruhe ein Bauhandbuch mit allen wichtigen Details erstellt. Um die teils komplizierten Konzepte besser vermitteln zu können, werden auch interne Schulungen veranstaltet und Plakate vorbereitet. Vor Ort in Kathmandu und Dadhikot analysiert das Team die Bauweise und Schäden, um auf die lokalen Bedürfnisse bestmöglich eingehen zu können.

Lagebesprechung gemeinsam mit unserem nepalesischen Partner Uttam Dhungel in Dhadikot
Lagebesprechung gemeinsam mit unserem nepalesischen Partner Uttam Dhungel in Dhadikot

Endlich ist es soweit: An zwei Tagen vermittelt ein vierköpfiges Team insgesamt ca. 65 Dorfbewohnern anhand zahlreicher praktischer Beispiele die Do’s and Dont’s des erdbebensicheren Bauens. Die Empfehlungen, die die Karlsruher Studenten den Dorfbewohnern geben, basieren auf dem Nepal National Building Code, und sind somit an die Umstände vor Ort angepasst.

Acht Themenbereiche werden nacheinander behandelt: Grundlegende Regeln, Materialien, Öffnungen, Fundamente, Wände, Box Effect, Dach & Decke sowie Vertikalbewehrung.

Bei den Materialen wird besonders auf Beton, seine Mischung und auf Ziegel eingegangen. Als Dach empfehlen die Studenten Wellblechdächer statt der oft gesehenen Betondächer, da diese wesentlich leichter (und damit ungefährlicher) und günstiger sind. Die Bauweise, die vermittelt werden soll, basiert darauf, dass an den wichtigen Stellen wenigstens ein Bewehrungsstab ins Mauerwerk integriert wird. Um ein Haus erdbebensicher zu gestalten hilft das schon sehr viel.

Seminar zum Erdbeben sicheren Bauen gemeinsam mit unserer Freundin und Helferin Anita, die die ganze Übersetzungsarbeit übernahm
Seminar zum Erdbeben sicheren Bauen gemeinsam mit unserer Freundin und Helferin Anita, die die ganze Übersetzungsarbeit übernahm

Um die technischen Finessen etwas anschaulicher zu präsentieren nutzen die Karlsruher selbstgebastelte Modelle aus Papier. So wird zum Beispiel die Wichtigkeit der Verstärkungen an Fenstern und der symmetrischen Bauweise verdeutlicht.

Auf den Vortrag folgt gleich eine lebhafte Diskussion, was das große Interesse der Zuhörer wiederspiegelt.

Plakate, Handbücher, Modelle und hoffentlich viel Wissen in den Köpfen bleiben vor Ort. In der Hoffnung, den Menschen in Dadhikot zu etwas mehr Sicherheit in diesem so gefährlichen Erdbebengebiet verholfen zu haben, und sehr dankbar gegenüber Frau Vöhringer für diese Möglichkeit, geht es für die Engineers Without Borders Karlsruhe zurück nach Deutschland.

Seminarteilnehmer
Seminarteilnehmer

Zeitungsartikel

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Erdbebensichers_Bauen_mit_einfachsten_Mi
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Eine Zukunft für Kinder in Nepal


"Nepal soll dich verändern. Nicht du Nepal"...


... steht in einem der Reiseführer geschrieben, den ich in den letzten zwei Monaten gewälzt habe. Eigentlich auch richtig, wenn man bedenkt, was für eine außergewöhnliche Kultur sich in diesem kleinen wunderschönen, aber armen Bergland entwickelt hat. Jedoch gibt es viele Bereiche des alltäglichen Lebens, welche sich verändern müssen, wenn Nepal nicht weiter in Armut versinken will. Und dort liegt meiner Meinung nach unsere Aufgabe: Den Leuten zu zeigen, dass sie (trotz ihrer Kultur) viele Dinge effizienter und nachhaltiger gestalten könnten.

In meinen zwei Monaten hier an der Dorfschule in Biruwa des Nepal-Schulprojets habe ich einen wunderschönen Einblick in den Altag einer liebenswerten nepalaischen Dorfgemeinschaft erhalten, welcher zwischen Mittelalter und Moderne gespalten ist. Viele haben Smartphones und W-Lan, aber gekocht wird auf offenem Feuer und vieles in mühevoller Handarbeit erldigt. Auch die Art des Unterrichts hier an den Schulen erinnert oft an pädagogische Ideologien von 1950. Viel Frontalunterricht und die Schüler reden wenig, vor allem nicht auf Englisch.

Auf dieses Problem habe ich  versucht einzugehen, indem ich eine Klasse komplett in Englisch übernommen und versucht habe, eine Redekultur im Klassenzimmer zu etablieren. Nach anfänglichen Schwierigkeiten wurden die Schüler offener und begannen trotz vieler Fehler auf Englisch zu sprechen.  Und auch die jüngeren Kollegen haben angefangen, ihre Schüler aufzufordern, mehr auf Englisch zu sprechen.

 

Fruchtprojekt

Auch das lief in meiner Anwesenheit weiter, um etwas gegen die einseitige Ernährung der Kinder zu unternehmen, die sich ansonsten von Instantnudeln und trockenem Reis in der Mittagspause ernähren.

 

Auch abseites der Schule war es ein unglaublich schönes Gefühl, von der Dorfgemeinschft akzeptiert zu werden, von allen gegrüßt zu werden und hier und da bei einem der Nachbarn oder Shopbesitzer zum Tee eingeladen zu werden.

Alles in allem haben mir die zwei Monate hier gezeigt, dass man keinen europäischen Luxus braucht, um gut leben zu können und sich die Kinder hier an der Schule sehr darüber freuen, eine kleine Abwechslung zu ihrem sonstigen Unterricht zu bekommen.

Meine Zeit hier ist nun leider vorbei, und ich werde jetzt in Richtung Himalaya aufbrechen, und trotz der Vorfreude auf meine Wanderung bin ich doch sehr traurig, die Schule und die Schüler zu verlassen.

 

Lukas Stein