Der Verein Nepal-Schulprojekt – Zukunft für Kinder – e.V. mit Sitz in Ebersbach/Fils wurde im Jahr 2000 gegründet, um u.a. Kindern in Nepal – einem Land mit einer sehr hoher Analphabeten Quote (50 - 60%) Schulbildung und damit die Aussicht auf eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Ziel des Vereins ist es, in einer sehr engen und auf Augenhöhe basierenden Zusammenarbeit mit den lokalen Kommunen eine Entwicklung in Nepal anzustoßen, die stets auf Hilfe zur Selbsthilfe beruht.

 

Ein wichtiger regionaler Schwerpunkt der Arbeit des Vereins ist die Region Humla im Nordwesten Nepals an der Grenze zu Tibet/China. Das seit vielen Jahren geförderte Projekt „Yalbang“ befindet sich 2 – 3 Tageswanderungen von Simikot, der Distrikthauptstadt Humlas entfernt.

Das Humla District in Nepal an der Grenze zu Tibet/ China
Das Humla District in Nepal an der Grenze zu Tibet/ China

 

Diese Gegend war besonders betroffen vom Bürgerkrieg (2001 – 2008) in Nepal, der viele Schulen zerstört hat und Kinder als Soldaten von den sogenannten „Maoisten“ rekrutiert wurden. Bereits während des Bürgerkriegs hat Astrid Vöhringer, die die Gegend auf einer privaten Reise kenngelernt hat, nach schwierigen Verhandlungen mit den Maoisten und einheimischen Dorfältesten der Region begonnen, eine leerstehende Schule zu renovieren. Zusätzlich wurde ein Hostel als landestypisches Wohnheim gebaut, um Kindern aus entfernteren Siedlungen den Schulbesuch und Bildung zu ermöglichen.

 

Im August 2007 konnte Astrid Vöhringer zusammen mit ihrem Stellvertreter, Dietmar Vogel, erneut nach Humla reisen, um das Wohnheim einzuweihen. Diesmal ging die Reise von Kathmandu nach Simikot (Distrikthauptstadt von Humla) und einer dreitägigen und schwierigen Wanderung zum Wohnheim nach Yalbang.

Heute, kann das Dorf Yalbang auf ein großes Schulgelände blicken, mit dem inzwischen mehrfach vom Nepal-Schulprojekt vergrößerten Wohnheim. Auch haben sich einige andere Organisationen ebenfalls in das Bildungsprojekt mit eingebracht.

Ein weiteres Wohnheim wurde errichtet und das Gelände um einige weitere kleinere Schulgebäude für verschiedene Aktivitäten vom nepalesischen Staat erweitertet und so als große weiterführende Schule anerkannt. Im Moment wohnen dort über 300 Kinder und bekommen Schulbildung.

 

Vor drei Jahren wurde vom Nepal-Schulprojekt ein Duschhaus gebaut, in dem sich Jungen und Mädchen getrennt waschen und duschen können, was bis zu der Zeit noch nicht möglich war.

Eine Krankenstation wurde in Gemeinschaftsarbeit gebaut, in der erkrankte Kinder separiert werden und auch besondere Kost bekommen.

Die Einrichtung dieser Infirmay wurde ebenfalls von uns finanziert und diese Station ist ein weiterer wichtiger Teil dieses Schulzentrums, da es bei der Anzahl von mehr als 300 Schülern doch ständig Krankheitsfälle gibt. 

Vor zwei Jahren wurden 6 Toiletten neu gebaut mit landestypischer "Wasserspülung" und im 

letzten Jahr haben wir ein weiteres großes Gebäude - eine Lehrerunterkunft - gebaut.

Alle Lehrer wohnten bisher mit den Schülern in deren Zimmern zusammen und haben jetzt ein eigenes Wohnheim, das über Aufenthaltsräume, Schlafräume und Vorbereitungsräume verfügt. 

In diesem Haus ist ebenfalls eine separate Küche sowie ein kleiner Shop vorgesehen.

 

Neun Humlakinder aus dem vom Nepal-Schulprojekt unterstützten Kinderheim in Kathmandu konnten 2012 nach Humla zurückgeführt werden, gehen dort in die Schule und wohnen zehn Monate im Jahr in dem Wohnheim. Die übrige Zeit verbringen sie mit ihren Eltern. 

Die rückgeführten Humla Kinder
Die rückgeführten Humla Kinder

Die wachsende Bildung insbesondere der jungen Menschen bringt eine neue Aufgeschlossenheit mit sich und verändert die Region. Zum einen entwickelt sich die Region als Wirtschaftsstandort auf Grund seiner strategisch günstigen Lage zu Tibet und China, weil die bisherige „übliche“ Landflucht und der Umzug in die Großstadt Kathmandu keine Lösung für die jungen Menschen mehr bietet. Übervölkerung, Arbeits- und Perspektivlosigkeit und Verelendung erwartet die Menschen trotz guter Bildung in Kathmandu. Humla profitiert vom Anbau und Handel mit Landprodukten wie Vieh, Käse, Wolle und Mehl über die chinesische Grenze und sichert damit wirtschaftlich den Standort und macht das Leben in Humla für junge Menschen attraktiv.

Zum anderen entwickelt sich das Gesundheitsbewusstsein. Diesem Anliegen wollen sich Astrid Vöhringer und der lokale Leiter des Projekts in Humla, Kumar Lama in 2017 widmen und planen den Bau eines Geburtshauses in Kermi, einer Gemeinde, die zwar zwei Stunden von Yalbang entfernt, aber gut erreichbar in der Region liegt.

Bisher müssen sich Frauen zur Geburt ihrer Kinder in die Ecke eines Stalls zurückziehen. Sie gelten in dieser Zeit wegen ihres Blutverlustes als unrein und dürfen nicht in Kontakt zu „normalen“ Menschen kommen. Die Konsequenz ist eine erschreckend hohe Kinder- und Müttersterblichkeit. Dieses Thema und der Sinn dieser traditionellen Vorgehensweise werden seit geraumer Zeit bereits vor Ort diskutiert und insbesondere unter den jungen Menschen ist die Bereitschaft zur Unterstützung dieses Projektes sehr hoch. Allein das Geld für die notwendigen Investitionen kann nicht alleine aufgebracht werden.

 

Auf einem gemeindeeigenen Grundstück soll in aus diesem Grund 2017 ein Haus entstehen, welches durch warmes Wasser aus einer naheliegenden Quelle über 2 beheizte Geburtsräume, eine kleine Apotheke und einen Wohnbereich für die beiden festangestellten Krankenpflegerinnen verfügt. Durch diese Ausstattung soll das Geburtshaus auch als Gesundheitsposten genutzt werden.

 

Wichtig ist es Astrid Vöhringer und ihren lokalen Partnern, dass zwar günstig, aber solide und landestypisch gebaut wird. Aus diesem Grund soll das Haus im landestypischen Stil mit viel Holz im Innenausbau entstehen. 

Unser Volontär Georg Mödinger ist im Oktober mehrere Wochen in Humla gewesen, hat sich mit den Kindern dort angefreundet und viele Möglichkeiten zur Verbesserung auf dem Schulgelände mit Kumar Lama und den Lehrern erörtert. 

Er hat den Bauplatz des Geburtshauses in Kermi - 3 Stunden Fußmarsch von Yalbang entfernt, angeschaut und auch die Möglichkeit von beheizten Räumen erörtert, die durch Nutzung der in der Nähe gelegenen heißen Quellen zu ermöglichen sind. 

Er hat viele tolle Erlebnisse gehabt und Erfahrungen gesammelt, die so wohl nicht in Kathmandu in unseren dortigen Projekten möglich gewesen wären. 

In einem gesonderten Bericht schreibt er u.a. über seine 'Reise nach Humla'.