Der Verein Nepal-Schulprojekt – Zukunft für Kinder – e.V. mit Sitz in Ebersbach/Fils wurde im Jahr 2000 gegründet, um Kindern in Nepal Schulbildung und ein kindgerechtes Aufwachsen zu ermöglichen. Dadurch sollen sie Aussicht auf eine bessere Zukunft haben und das Land nachhaltig weiter entwickeln. Ziel des Vereins ist es, in einer sehr engen und auf Augenhöhe basierenden Zusammenarbeit mit den lokalen Kommunen eine Entwicklung in Nepal anzustoßen, die stets auf Hilfe zur Selbsthilfe beruht.

 

Ein wichtiger regionaler Schwerpunkt der Arbeit des Vereins ist die Region Humla im Nordwesten Nepals an der Grenze zu Tibet/China. Der Grundstein für die Unterstützung dieser Region wurde 2006 mit dem Bau eines Hostels gesetzt. Dieses ermöglicht den Kindern die Schule in Yalbang zu besuchen, da ihre Dörfer meist mehrere Tageswanderungen entfernt liegen. Seit dem wurde in viele weitere Gebäude und Maßnahmen investiert, um diese abgelegenen Region in ihrer Entwicklung weiter nachhaltig zu unterstützen. 

Das Humla District in Nepal an der Grenze zu Tibet/ China
Das Humla District in Nepal an der Grenze zu Tibet/ China

 

Die Region Humla war besonders betroffen vom Bürgerkrieg in Nepal (2001 – 2008), der viele Schulen zerstört hat und bei dem viel Kinder als Soldaten von den sogenannten „Maoisten“ rekrutiert wurden. Bereits während des Bürgerkriegs hat Astrid Vöhringer, die die Gegend auf einer privaten Reise kenngelernt hat, nach schwierigen Verhandlungen mit den Maoisten und einheimischen Dorfältesten der Region begonnen, eine leerstehende Schule zu renovieren. Zusätzlich wurde ein Hostel als landestypisches Wohnheim gebaut, um Kindern aus entfernteren Siedlungen den Schulbesuch und Bildung zu ermöglichen.

 

Im August 2007 konnte Astrid Vöhringer zusammen mit ihrem Unterstützer Dietmar Vogel erneut nach Humla reisen, um das Wohnheim einzuweihen. Diesmal ging die Reise von Kathmandu nach Simikot (Distrikthauptstadt von Humla) und einer dreitägigen und schwierigen Wanderung zum Wohnheim nach Yalbang.

Heute kann das Dorf Yalbang auf ein großes Schulgelände blicken, mit dem inzwischen mehrfach vom Nepal-Schulprojekt vergrößerten Wohnheim. Auch haben sich einige andere Organisationen ebenfalls in das Bildungsprojekt mit eingebracht.

Ein weiteres Wohnheim wurde errichtet und das Gelände um einige weitere kleinere Schulgebäude für verschiedene Aktivitäten vom nepalesischen Staat erweitertet und so als große weiterführende Schule anerkannt. Im Moment wohnen dort etwa 400 Kinder und bekommen Schulbildung.

 

Im Jahr 2014 wurde vom Nepal-Schulprojekt ein Duschhaus gebaut, in dem sich Jungen und Mädchen getrennt waschen und duschen können, was bis zu der Zeit noch nicht möglich war.

Eine Krankenstation wurde in Gemeinschaftsarbeit gebaut, in der erkrankte Kinder separiert werden und auch besondere Kost bekommen.

Die Einrichtung dieser Infirmay wurde ebenfalls von uns finanziert und diese Station ist ein weiterer wichtiger Teil dieses Schulzentrums, da es bei der Anzahl von mehr als 400 Schülern doch ständig Krankheitsfälle gibt. 

2016 wurden 6 Toiletten neu gebaut mit landestypischer "Wasserspülung" und im 

2017 Jahr haben wir ein weiteres großes Gebäude - eine Lehrerunterkunft - gebaut.

Alle Lehrer wohnten bisher mit den Schülern in deren Zimmern zusammen und haben jetzt ein eigenes Wohnheim, das über Aufenthaltsräume, Schlafräume und Vorbereitungsräume verfügt. In diesem Haus ist ebenfalls eine separate Küche sowie ein kleiner Shop integriert.

Die wachsende Bildung insbesondere der jungen Menschen und die Nutzung von Internet im Unterricht hat nicht nur der Schule 2018 die Auszeichnung als eine der besten in Nepal eingebracht, sondern seit ca. 5 Jahren auch „neue Themen“ in die Region getragen. Die Region entwickelt sich als Wirtschafts-und Lebensstandort und ermöglicht den Menschen ein Einkommen vor Ort durch Landwirtschaft und Handel. Weiterhin beginnt sich ein Bewusstsein für Gesundheit insbesondere zur Verringerung der Kinder- und Müttersterblichkeit zu entwickeln.

 

Diesem Anliegen hat sich der Verein mit dem Bau eines „Geburtshauses“ im zentral gelegenen Kermi angenommen. 

 

Bisher müssen sich Frauen zur Geburt ihrer Kinder in die Ecke eines Stalls zurückziehen. Sie gelten in dieser Zeit wegen ihres Blutverlustes als unrein und dürfen nicht in Kontakt zu „normalen“ Menschen kommen. Die Konsequenz ist eine erschreckend hohe Kinder- und Müttersterblichkeit. Dieses Thema und der Sinn dieser traditionellen Vorgehensweise werden seit geraumer Zeit bereits vor Ort diskutiert und insbesondere unter den jungen Menschen ist die Bereitschaft zur Unterstützung dieses Projektes sehr hoch. 

Seit März 2018 ist das Geburtshaus „in Betrieb“. Seit dieser Zeit ist eine Hebamme und Krankenschwester, die auf Kosten des Vereins in Kathmandu weitergebildet wurde, tätig. Die Familie wohnt vor Ort und der Mann arbeitet im Geburtshaus als „Hausmeister“.Das Geburtshaus wird als Gesundheitsposten von den Bewohnern der Region gut angenommen. Über 300 Menschen lassen sich in medizinischen Themen helfen. Auch die Beratung der Schwangeren durch die Hebamme wird angenommen. 

2018 standen 2 Frauen vor der Entbindung. Eine davon wurde von ihrer Familie kurz vor der Geburt wieder nach Hause geholt und durfte nicht im Geburtshaus das Kind zur Welt bringen. Die zweite brachte Ende Januar 2019 einen gesunden Jungen im Geburtshaus zur Welt. 

 

 

Auch weiterhin wird ein Hauptaugenmerk von unserem Verein auf dieser Region und den Projekten liegen. Es soll weiterhin in die bestehende Projekte investiert werden und zusätzliche entstehen. So ist zum Beispiel für 2020 der Bau von 2 Kindergarten in Kermi und Yalbang geplant.